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Autor(en):
M. Mück, A. Ohndorf
Zusammenfassung:
Responsive Space (RS) beschreibt die reaktionsschnelle Bereitstellung weltraumgestützter Fähigkeiten, um auf sich ändernde Bedarfe an die Weltrauminfrastruktur reagieren zu können. Die Notwendigkeit einer zeitnahen Anpassung von Funktionalitäten im Orbit ist bedingt durch die heutzutage wesentliche Abhängigkeit ziviler sowie sicherheits- und verteidigungsrelevanter Prozesse von Satelliten – und durch die sich daraus abzuleitende Erkenntnis, dass der Weltraum zur kritischen Infrastruktur zählt. Unter zeitnaher Anpassung lassen sich zum einen der Ersatz von Elementen im Weltraum verstehen, die durch Fehlfunktion oder gezielte Sabotage nicht mehr zur Verfügung stehen. Darüber hinaus kann die reaktive Bereitstellung von ergänzenden Weltraum- Funktionalitäten in Krisensituationen (Katastrophenschutz, Verteidigungsfall) notwendig sein. In beiden Szenarien kann dies durch eine ad hoc Verbringung auf den Orbit eines Satellitensystems, das gezielt für den Einsatz in kürzester Zeit mit den notwendigen Nutzlasten integriert wird, erfolgen. Eine Verbringung eines entsprechend eingelagerten Systems ist ebenfalls denkbar. Beschriebene Anwendungsfälle stellen den Aspekt des taktischen Responsive Space dar, zu dessen Beherrschung Schnittstellen-Standardisierung von Satelliten-Plattformen mit relevanten Nutzlasten und verfügbaren Trägersystemen erforscht werden. Neben den Satelliten-Systemen werden im taktischen RS die Verbringungssysteme betrachtet (Responsive Launch). Unter strategischem Responsive Space lassen sich die ganzheitliche Betrachtung der Weltrauminfrastruktur zusammenfassen, die eine Bereitstellung von Aufklärungs-, Navigations-, oder Kommunikationsfunktionalitäten bei Bedarf ermöglichen, ohne die Architektur im Orbit per se ergänzen zu müssen. Strategisches RS beschäftigt sich mit Konstellation und Systemen von Systemen, die im Bedarfsfall instantan interagieren können. Bereitstellung von Funktionalitäten aus dem Orbit erfolgen durch Interoperabilität verteilter Systeme; Vernetzung und Datenfusion sind hier ein zentraler Forschungsgegenstand. Kompatibilität erstreckt sich ebenfalls auf die jeweilige Bodensegment-Infrastruktur. Der regulative und logistische Rahmen, um RS im taktischen oder strategischen Kontext umsetzen zu können, wird unter dem Begriff operatives Responsive Space subsummiert. Hierzu gehören Weltraum- Gesetzgebungsinitiativen, zwischenstaatliche Abkommen, Anwendungskonzepte hoheitlicher Nutzer, sowie die Entwicklung einer nationalen Technologie-Roadmap für RS. Dieses Paper diskutiert die verschiedenen Ebenen von Responsive Space am Beispiel der Forschungsaktivitäten des Responsive Space Cluster Competence Center (RSC³) im DLR.
Zusammenfassung (EN):
Responsive Space (RS) describes the rapid provision of space-based capabilities to respond to changing space infrastructure needs. The need for a timely adaptation of functionalities in orbit is due to the significant dependence of civil, security and defense-related processes on satellites today - and the resulting realization that space is a critical infrastructure. This paper discusses the different levels of responsive space using the example of the research activities of the Responsive Space Cluster Competence Center (RSC³) at DLR.
Veranstaltung:
Deutscher Luft- und Raumfahrtkongress 2023, Stuttgart
Verlag, Ort:
Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V., Bonn, 2024
Medientyp:
Conference Paper
Sprache:
deutsch
Format:
21,0 x 29,7 cm, 10 Seiten
URN:
urn:nbn:de:101:1-2024011713201722317157
DOI:
10.25967/610226
Stichworte zum Inhalt:
Responsive Space, Kritische Weltrauminfrastruktur
Verfügbarkeit:
Download
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Kommentar:
Zitierform:
Mück, M.; Ohndorf, A. (2024): Responsive Space: Eine Betrachtung taktischer, operationeller und strategischer Aspekte. Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V.. (Text). https://doi.org/10.25967/610226. urn:nbn:de:101:1-2024011713201722317157.
Veröffentlicht am:
17.01.2024
