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Titel (EN):
Lilienthal's Table VIII on Wing Flight: Legacy and Encouragement
Autor(en):
W. Send
Zusammenfassung:
Tafel VIII im Anhang zu Otto Lilienthals Hauptwerk Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst von 1889 zeigt in fünf Figuren alle Merkmale einer Storchenschwinge, die das Geschöpf in der Luft halten und ihm Bewegung verleihen. Mehr noch: die Tafel illustriert den Biegetorsionsantrieb schlechthin. Bei Aufschlag und Niederschlag wechselt fortlaufend die Durchbiegung der beiden Flügelflächen. Gekoppelt mit einer in der Zeit versetzten und ebenso stets wechselnden Verwindung (Torsion) wirkt die Bewegung als Schubmotor und zählt zu den größten Patenten der Natur. Sie dient Fischen im Wasser ebenso wie den fliegenden Lebewesen als Mittel der Fortbewegung. In Millionen von Jahren hat die Evolution den Mechanismus in so vielfältigen Spielarten zur Vollkommenheit getrieben, dass der einfache physikalische Kern erst lange nach Lilienthal in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts herausgearbeitet und sichtbar wurde1. Noch ohne diese Kenntnisse hat Lilienthal mit einer solchen fotografischen Genauigkeit beobachtet und gezeichnet, dass die geometrischen Abmessungen seiner fünf Figuren zusammen mit den kinematischen Angaben im Hauptteil seines Buches sich mühelos mit den theoretischen Befunden unserer Zeit in Einklang bringen lassen. Lilienthal war es nicht vergönnt, seine Beobachtungen zum Vortrieb der Lebewesen mit seinen schwingenden Flügeln wirkungsvoll umzusetzen. Mechanische und thermische Probleme an dem von ihm entwickelten Druckgasmotor mit komprimiertem Kohlendioxid ließen die Hoffnung auf eine Verlängerung seiner Gleitflüge mit zusätzlicher Schuberzeugung unerfüllt.
Zusammenfassung (EN):
Plate VIII in the appendix to Otto Lilienthal's major work, *Bird Flight as the Basis of Aviation*, published in 1889, depicts in five figures all the features of a stork's wing that keep the creature aloft and give it movement. Moreover, the plate illustrates bending-torsion propulsion par excellence. During upstroke and downstroke, the deflection of the two wing surfaces continuously changes. Coupled with a twisting motion (torsion) that is offset over time and also constantly changing, this movement acts as a thrust engine and is one of nature's greatest inventions. It serves fish in the water as well as flying creatures as a means of locomotion. Over millions of years, evolution has perfected this mechanism in such diverse variations that its simple physical core was only elucidated and revealed long after Lilienthal, in the first half of the 20th century. Even without this knowledge, Lilienthal observed and drew with such photographic precision that the geometric dimensions of his five figures, together with the kinematic data in the main part of his book, can be easily reconciled with the theoretical findings of our time. Lilienthal was not destined to effectively implement his observations on the propulsion of living beings with their flapping wings. Mechanical and thermal problems with the compressed-carbon-fuel engine he developed dashed his hopes of extending his gliding flights with additional thrust.
Veranstaltung:
Verlag, Ort:
Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V., Bonn, 2016
Medientyp:
Report
Sprache:
deutsch
Format:
21,0 x 29,7 cm, 7 Seiten
URN:
urn:nbn:de:101:1-2016060211591
Stichworte zum Inhalt:
Aerodynamik, Lilienthal, Schwingenflug
Verfügbarkeit:
Download
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Kommentar:
Veröffentlicht am:
02.06.2016
