Publikationen

DGLR-Publikationsdatenbank - Detailansicht

Titel:

Priorisierung von Rückmeldungen an den Fahrer: Konzeption eines fahrsituations- und fahrerleistungsadaptiven Warn- und Informationsmanagers

Autor(en): R. Lermer, J. Schumann, B. Färber
Zusammenfassung: Die Zahl neuer Fahrerassistenzsysteme (FAS) sowie die Erweiterung von Fahrerinformationssystemen (FIS) im PKW hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In Abhängigkeit von der Fahrsituation ist es möglich, dass ohne ein entsprechendes Informationsmanagement Meldungen und Warnungen gleichzeitig ausgegeben werden. Dabei kann es zu einer Überlastung des Fahrers und somit zu Sicherheits- und Komforteinbußen kommen. In einem Experiment im statischen Fahrsimulator wurden Grenzen der menschlichen Informationsverarbeitung untersucht und somit Priorisierungsbedarfe ermittelt. Die Ergebnisse verifizieren die Hypothese, dass Fahrer durch mehrere zeitnahe Rückmeldungen überlastet werden können, sofern dieselben Verarbeitungsmodalitäten, Verarbeitungsstufen oder Verarbeitungstypen beansprucht werden: im Vergleich zu einer alleinigen optisch-akustischen Kollisionswarnung bremsen Fahrer signifikant langsamer, wenn zusätzlich dazu eine optischakustische Statusmeldung bzw. eine haptische Spurverlassenswarnung ausgegeben wird. Diese Interferenz, die sich in schlechterer Bremsleistung manifestiert, wurde jedoch nicht für das Zusammentreffen zeitnaher gerichteter haptischer (z.B. Spurwechselwarner) und optisch-akustischer Informationen beobachtet. Zur Überprüfung der Validität dieser Ergebnisse wurden die im Fahrsimulator aufgestellten Hypothesen in einem Feldversuch im Realfahrzeug überprüft. Allerdings konnten die aus dem Simulationsversuch gewonnenen Erkenntnisse nur teilweise validiert werden: Lediglich bei Ausgabe einer ungerichteten haptischen Rückmeldung eine Sekunde vor der Kollisionswarnung bremsten die Fahrer signifikant langsamer. Anders als in der Fahrsimulation konnte bei parallelen, haptisch ungerichteten und optisch akustischen Ausgaben keine Interferenz nachgewiesen werden. Das WIM-Konzept, das zeitnahe Rückmeldungen priorisiert, berücksichtigt diese Erkenntnisse ebenso wie Informationen zur Fahrerleistungsfähigkeit, zum Fahrzeugzustand und zur Fahrsituation.
Veranstaltung: 50. Fachausschusssitzung Anthropotechnik der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V.
Medientyp: Conference Paper
Sprache: deutsch
Veröffentlicht: DGLR-Bericht, 2008, 2008-04, Beiträge der Ergonomie zur Mensch-System-Integration; S.77-90; 2008; Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V., Bonn
Preis: NA
ISBN:
ISSN:
Kommentar:
Klassifikation:
Stichworte zum Inhalt: antropotechnik
Verfügbarkeit: Bibliothek
Veröffentlicht: 2008


Dieses Dokument ist Teil einer übergeordneten Publikation:
Beiträge der Ergonomie zur Mensch-System-Integration