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Titel:

Auftragsanalyse und Missionsplanung als Teilfunktionalitäten eines militärischen Pilotenunterstützungssystems

Autor(en): A. Schubert, A. Schulte
Zusammenfassung: Das taktische Informations- und Missionsmanagementsystem (TIMMS) wurde als kognitives Assistenzsystem zur Unterstützung eines Piloten bei einer Luft-Boden- Angriffsmission entwickelt. Die Vorgehensweise des TIMMS ist an der Vorgehensweise eines menschlichen Operateurs orientiert. Mittels Analysemodulen (Flugsituationsanalyse, taktische Analyse) werden relevante Situationsaspekte analysiert und diese Ergebnisse vom Conflict Detection and Resolution Module auf mögliche Verletzung von übergeordneten Zielkategorien untersucht. Im Falle bestimmter Zielverletzungsarten wird der Automatische Missionsplaner mit der Ausarbeitung eines konfliktfreien, neuen Missionsplanes beauftragt. Die wichtigsten vom TIMMS behandelten Zielkategorien sind Bedrohungsvermeidung, Flugsicherheit und Missionserfüllung. Dabei wurde bisher davon ausgegangen, dass die unspezifische Zielkategorie Missionserfüllung durch einen von außen vorgegebenen, vollständigen und konfliktfreien Missionsauftrag gegeben ist. In Anbetracht der Tatsache, dass über den derzeit modernsten NATO-weit standardisierten Datenlink MIDS/LINK16 auch neue oder abgeänderte Missionsaufträge während einer laufenden Mission erteilt werden können, kann von dieser Annahme nicht mehr ausgegangen werden, da diese in der Regel nur Auftragsfragmente sind und eventuell aufgrund Ressourcenmangels nicht durchführbar sind. Aus diesem Grund wird dem Operateur explizit über entsprechende Protokolle die Möglichkeit eingeräumt diesen Auftrag anzunehmen oder abzulehnen. Daher wurde als zusätzliches Modul die Auftragsanalyse integriert. Dieses ermittelt zum einen für die gegenwärtige Situation aus dem Auftragsfragment einen vollständigen Missionsauftrag, indem es abgespeichertes Planungswissen in Form von Handlungsskripten verwendet. Gleichzeitig wird im Sinne einer Vorwärtssimulation für den Missionsauftrag der Ressourcenbedarf abgeschätzt. Diese Abschätzung bildet die Basis für die Empfehlung an die Flugzeugbesatzung, einen externen MIDS-Auftrag anzunehmen oder abzulehnen. Wird der externe Auftrag angenommen, erfolgt eine detaillierte Ausplanung durch den Automatischen Missionsplaner. Durch diese Vorgehensweise wird die Lösungsstrategie eines menschlichen Operateurs für komplexe Planungsaufgaben adaptiert, für die eine globale Optimierungs- oder Planungsstrategie ineffizient ist und daher die Gesamtaufgabe in eine Grob- und eine anschließende Feinplanung unterteilt wird. In diesem Sinne ergänzen sich Auftragsanalyse und Missionsplanung. Eine solche Herangehensweise kann auch in anderen Bereichen, wie z.B. der Planung in wirtschaftlichen Organisationen beobachtet werden.
Veranstaltung: 45. Fachausschusssitzung Anthropotechnik der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V.
Medientyp: Conference Paper
Sprache: deutsch
Veröffentlicht: DGLR-Bericht, 2003, 2003-04, Entscheidungsunterstützung für die Fahrzeug- und Prozessführung; S.175-199; 2003; Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V., Bonn
Preis: NA
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Kommentar:
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Stichworte zum Inhalt: antropotechnik
Verfügbarkeit: Bestellbar
Veröffentlicht: 2003


Dieses Dokument ist Teil einer übergeordneten Publikation:
Entscheidungsunterstützung für die Fahrzeug- und Prozessführung