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Titel:

Mentale Modelle von Menüsystemen - Bedeutung kognitiver Repräsentationen für den Kompetenzerwerb

Autor(en): I. Totzke, G. Schmidt, H.-P. Krüger
Zusammenfassung: Im Forschungsprojekt "Kompetenzerwerb für Fahrerinformationssysteme" (durchgeführt im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen und der Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V.) wird gezeigt, in welcher Weise menügesteuerte Informationssysteme erlernt werden und welche system- und nutzerimmanenten Merkmale den Lernprozess beeinflussen. Grundannahme war, dass im Umgang mit einem Menüsystem kognitive Repräsentationen dieses Systems aufgebaut werden (hier: begrifflich, räumliche und motorische Repräsentationen). Zugleich sollten diese Repräsentationen für einen erfolgreichen Kompetenzerwerb von Bedeutung sein. Hierzu wurden experimentelle Menüsysteme konstruiert, bei denen die Leistung in der Systembedienung (z.B. Bedienzeiten und -fehler) untersucht werden kann. Die räumliche Repräsentation wurde mittels der Zuweisung der relativen Position der Menüinhalte auf einer visuellen Analogskala erhoben, die sprachliche Repräsentation über ein Kartensortierverfahren, die motorische Repräsentation über Bedienzeiten und Bedienfehler im Menüsystem. Es wurde gezeigt, dass im Umgang mit einem Menüsystem eine begriffliche Wissensstruktur erworben wird, die zeitlich weitgehend stabil ist. Insbesondere Menüinhalte, die nicht mit dem Vorwissen der Probanden übereinstimmen, gehen jedoch mit einem erhöhten Lernaufwand und einer höheren Vergessenswahrscheinlichkeit einher. Parallel konstruieren die Nutzer eine räumliche Repräsentation des Systems. Eine Verletzung eines solchen "visuellen Bildes" bedingt Einbußen in der Bedienleistung. Zusätzlich ist die Ausgestaltung des Bedienelements unter Berücksichtigung der Systemdarstellung bedeutsam für den Lernprozess. So führt eine mit der Darstellung des Systems inkompatible Bedienung zu einer verringerten Bedienleistung. Dabei sind unter "Single Task'- Bedingungen erzielte Ergebnisse nicht ohne weiteres auf "Dual Task'-Situationen übertragbar: Die Befundmuster drehen sich um. Der Kompetenzerwerb für Menüsysteme ist folglich nicht "nur" als Lernkurve zu betrachten, sondern vielmehr als multikodierter Prozess, in dem begriffliche, räumliche und motorische Repräsentationen zu berücksichtigen sind.
Veranstaltung: 45. Fachausschusssitzung Anthropotechnik der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V.
Medientyp: Conference Paper
Sprache: deutsch
Veröffentlicht: DGLR-Bericht, 2003, 2003-04, Entscheidungsunterstützung für die Fahrzeug- und Prozessführung; S.133-158; 2003; Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V., Bonn
Preis: NA
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Stichworte zum Inhalt: antropotechnik
Verfügbarkeit: Bestellbar
Veröffentlicht: 2003


Dieses Dokument ist Teil einer übergeordneten Publikation:
Entscheidungsunterstützung für die Fahrzeug- und Prozessführung