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Titel:

Diagnostische Repositorien zur Unterstützung kollaborativer Entscheidungsprozesse

Autor(en): M. Herczeg
Zusammenfassung: In vielen Anwendungssituationen stehen den Operateuren von Anlagen und Fahrzeugen beim Eintreten von Anomalien, Störungen und Störfällen keine oder nur einfachste diagnostische und entscheidungsunterstützende Hilfsmittel zur Verfügung. Die Folge sind mehr oder weniger systematische, teils zufällige Kollektionen von Beobachtungen. In den Schlussfolgerungs- und Entscheidungsprozessen und den damit verbundenen Erklärungsmodellen spiegeln sich diese unsystematischen Datensammlungen dann wider. Die Schlussfolgerungen basieren so auf unvollständigen und teils falschen Voraussetzungen und die Erklärungsmodelle erklären als Folge davon nur einen Teil der vorhandenen, aus den Beobachtungen abgeleiteten Symptome. Als weitere Störquelle treten aus psychologischen Gründen oft nur ökonomische Erklärungsmodelle auf, die leicht mit bekannten Maßnahmen zu behandeln sind, aber nicht alle Symptome berücksichtigen. Darüber hinaus treten besondere soziale Effekte bei der kollaborativen Problemlösung auf, die beispielsweise durch soziales Konsensbedürfnis und durch hierarchische Dominanz hervorgerufen werden. In der Summe führen alle genannten Defizite zu subjektiven, unvollständigen und oft falschen Entscheidungen bei der Kontrolle und der Behebung eines kritischen Systemzustandes. Durch ein diagnostisches Repositorium mit semantischen Vernetzungen zwischen Symptomen, Diagnosen, Systemkomponenten, Schutzzielen und Handlungen sowie eine geeignete diagnostische Methode soll so weit wie möglich sichergestellt werden, dass die Entscheidungsfindung auf der Grundlage systematischer und möglichst vollständiger Erhebung und Verarbeitung von Beobachtungen durch eine Arbeitsgruppe stattfindet. Die Beobachtungen, Schlussfolgerungen und Maßnahmen werden dokumentiert und stehen späteren Analysen und Revisionen zur Verfügung. Der kollaborative Entscheidungsprozess wird auf diese Weise stärker objektiviert und systematisiert, so dass Entscheidungen für Behebungs- und Schutzmaßnahmen auf möglichst klarer und relevanter Faktenlage sowie nachvollziehbaren Modellbildungen erfolgen.
Veranstaltung: 45. Fachausschusssitzung Anthropotechnik der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V.
Medientyp: Conference Paper
Sprache: deutsch
Veröffentlicht: DGLR-Bericht, 2003, 2003-04, Entscheidungsunterstützung für die Fahrzeug- und Prozessführung; S.117-131; 2003; Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V., Bonn
Preis: NA
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Kommentar:
Klassifikation:
Stichworte zum Inhalt: antropotechnik
Verfügbarkeit: Bestellbar
Veröffentlicht: 2003


Dieses Dokument ist Teil einer übergeordneten Publikation:
Entscheidungsunterstützung für die Fahrzeug- und Prozessführung