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Titel:

Betätigungshaptik in der Fahrzeugentwicklung

Autor(en): G. Mauter
Zusammenfassung: Die momentane Entwicklung in der Fahrzeugausstattung zeigt eine starke Zunahme von Infotainmentangeboten bis hin zu neuen Fahrerassistenzsystemen. Der Umfang an Funktionalität und damit verbundener Komplexität steigt rapide an, so dass die Bedienbarkeit solcher Fahrzeuge kritisch betrachtet werden muss. Der Grad der Belastung und Ablenkung des Fahrers muss an jeder Stelle hinterfragt werden. Das Ziel, die Aufmerksamkeit des Fahrers an seiner eigentlichen Fahraufgabe zu belassen, steht letztlich an oberster Stelle. Um hier Fortschritte zu erzielen, gibt es eine Reihe von Erfolg versprechenden Ansätzen. Ein sehr aktueller ist die Suche nach alternativen Bedienkonzepten, um speziell die Merk- und Lernleistung zu reduzieren. Ein anderer Weg: Minimierung der Blickabwendungen und damit verbunden die Reduzierung der Ablenkung bei der Bedienung des Fahrzeugs heißt andere Sinnesorgane nutzen. Analysiert man die in Frage kommenden menschlichen Eingangskanäle zur Informationsaufnahme des Fahrers, dann gelangt man zu der Erkenntnis, dass 80% bis 90% aller Reize über das Auge wahrgenommen werden. Es ist somit einfach vorstellbar, dass dieses Organ - insbesondere in der Situation eines dynamischen Verkehrsgeschehens - bereits jetzt an der Grenze der Belastbarkeit ist. Allein diese Tatsache führt zwangsläufig zu der Suche nach alternativen Wegen. Die vergleichbar geringe Auslastung des Gehörsinns beinhaltet Potential für die Informationsaufnahme. Dies hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Sprachausgabe bei komplexeren Anwendungen - wie zum Beispiel bei Navigationssystemen - unterstützend genutzt wird. Ein anderer, weitgehend freier Eingangskanal, welcher bei Entwicklern häufig wenig Beachtung findet, ist der menschliche Tastsinn. Bei der AUDI AG wird seit einigen Jahren intensiv daran gearbeitet, die Rückmeldung eingeleiteter Funktionen haptisch eindeutig und prägnant zu gestalten. Über die Reduzierung der Fahrerablenkung hinaus ist die Zielsetzung, eine homogene Haptik bei allen Bedienelementen eines Modells unter ergonomischen Aspekten und einer ganzheitlichen Betrachtungsweise zu gestalten. Bei der Behandlung des Themas Betätigungshaptik müssen mindestens vier Perspektiven Berücksichtigung finden. Diese sind zum einen geprägt von physiologischen und psychologischen Aspekten, aus der Situation eines Bauteilentwicklers von besonderer Bedeutung sind technische und finanzielle Aspekte.
Veranstaltung: 43. Fachausschusssitzung Anthropotechnik der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V.;
Medientyp: Conference Paper
Sprache: deutsch
Veröffentlicht: DGLR-Bericht, 2001, 2001-06, Human Factors bei der Entwicklung von Fahrzeugen; S.233-237; 2001; Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V., Bonn
Preis: NA
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Kommentar:
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Stichworte zum Inhalt: antropotechnik
Verfügbarkeit: Bestellbar
Veröffentlicht: 2001


Dieses Dokument ist Teil einer übergeordneten Publikation:
Human Factors bei der Entwicklung von Fahrzeugen