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Titel:

Modellbasierte Analyse der menschlichen Leistung beim sequentiellen Durchblättern von Menüoptionen

Autor(en): C. Winkelholz, M. Brandt, H. Renkewitz
Zusammenfassung: Im Bereich von Fahrzeugsystemen steht für die Bedienung verschiedener Systeme nur begrenzt Raum für eine Informationsdarstellung zur Verfügung. Häufig finden sich daher Schnittstellen, in denen mögliche Optionen nur einzeln, sequenziell vom Benutzer durchgeblättert und betrachtet werden können. Hierbei kommt es zu dem Phänomen, dass der Benutzer den gesuchten Eintrag häufig überblättert. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Häufigkeit des Überblätterns sowohl von der Eingabemodalität abhängt, als auch von der Art, wie die Option dargestellt wird. Beispielsweise zeigt sich für den Fall einer in der Antwortzeit längeren Spracheingabe eine geringere Rate für das Überblättern als bei einer schnellen Eingabe per konventioneller Maus. Umgekehrt zeigt sich, dass bei einer Darstellung der Optionen, in der die Erkennung erwartungsgemäß länger dauert, eine höhere Rate beim Überblättern zur Folge hat als wenn die Optionen in der Darstellung leichter zu diskriminieren sind. Eine modellhafte Betrachtung zeigt, dass ein Benutzer im Mittel schneller einen Eintrag beim Durchblättern auswählen kann, wenn er mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in Kauf nimmt, die gewünschte Option zu überblättern, und dafür im Mittel schneller weiterblättert. Ein schnelleres Weiterblättern bedeutet, dass eine geringere Zeit für den Erkennungsprozess aufgewendet wird, womit sich dann die Wahrscheinlichkeit für das Überblättern erhöht. Bei welcher Rate des Überblätterns die erwartete Zeit für das Finden und Auswählen eines Eintrags minimal wird, hängt somit von den oben genannten Faktoren und der Länge der Liste von Optionen ab. Dieser Beitrag untersucht, inwieweit sich die beobachteten Wahrscheinlichkeiten für das Überblättern mit der Hypothese erklären lassen, dass ein Benutzer sich rational verhält und die Geschwindigkeit für das Weiterblättern in den Optionen derart anpasst, dass die erwartete Zeit, den gewünschten Eintrag auszuwählen, minimiert wird. Eine Hypothese aus dem Bereich der kognitiven Modellierung ist, dass sich das Verhalten eines kognitiven Systems an ein rationales Verhalten adaptiert (Anderson, 1990).
Veranstaltung: 48. Fachausschusssitzung Anthropotechnik der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V.
Medientyp: Conference Paper
Sprache: deutsch
Veröffentlicht: DGLR-Bericht, 2006, 2006-02, Cognitive Systems Engineering in der Fahrzeug- und Prozessführung; S.319-335; 2006; Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V., Bonn
Preis: NA
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Kommentar:
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Stichworte zum Inhalt: antropotechnik
Verfügbarkeit: Bestellbar
Veröffentlicht: 2006


Dieses Dokument ist Teil einer übergeordneten Publikation:
Cognitive Systems Engineering in der Fahrzeug- und Prozessführung