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Titel:
Analyse des Versagens technischer Systeme bei intakten Komponenten
Autor(en):
L. Oliefka
Zusammenfassung:
Überall dort, wo die Auswirkungen des Versagens eines technischen Systems akzeptable Grenzen überschreiten, werden Maßnahmen zu Erhaltung der gewünschten Systemfunktion eingesetzt. Häufig werden qualitativ hochwertige Komponenten und Bauteile oder redundante Strukturen angewandt, um ein Versagen des Systems zu verhindern. Hierzu werden durch geeignete Zuverlässigkeitsanalysen mögliche Fehlerarten, deren Auswirkungen und Ursachen, die Auswirkungen von Fehlerkombinationen etc. bestimmt und die einzuleitenden Maßnahmen abgeleitet. Diese Vorgehensweise, die auf dem Ausfall einer oder mehrerer Komponenten oder Bauteile als Ursache für das Systemversagen beruht, ist wirkungslos, sobald das Versagen durch einen Fehler im Design des Systems hervorgerufen wird. In diesen Fällen werden beim Eintreten bestimmter Systemzustände unerwünschte Reaktionen ausgelöst, oder erwünschte Reaktionen gehemmt. Zur Identifikation solcher Designfehler hat sich eine Methode durchgesetzt, mittels derer auf systematische Weise das unerwünschte Zusammenwirken von Komponenten sowie nicht geplante Energie-, Stoff- oder Signalflüsse erkannt werden können.Diese Methode ist unter dem Namen Sneak Analyse bekannt und wird in unterschiedlichen Verfahren angewandt. Im Gegensatz zu anderen Methoden, wie z.B. der Fehler-Möglichkeits-, Einfluß- und Kritikalitäts-Analyse (FMECA), der Fehlerbaum-Analyse (FTA) oder der EreignisablaufAnalyse (ETA), werden bei der Sneak Analyse keine Versagensarten der Komponenten oder Bauteile, deren Auswirkungen sowie mögliche Auswirkungen von Fehlerkombinationen ermittelt und bewertet, sondern, ausgehend vom Design des Systems, werden mögliche Stoff-, Energie- und Signalströme innerhalb des Systems ermittelt und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das System bewertet. Abbildung 1 verdeutlicht die unterschiedlichen Voraussetzungen, die einzelnen Analysemethoden zugrundeliegen. Beachtenswert ist die Überschneidung der Bereiche für den Fall unerwünschter funktionaler Verknüpfungen intakter Komponenten nach dem Ausfall einer oder mehrerer Komponenten. Das der Sneak Analyse zugrundeliegende Konzept beruht auf der systematischen und vollständigen Erfassung möglicher Energie-, Stoff- und Signalströme im System und deren Bewertung bezüglich ihrer Kritikalität. Aufgrund dieses Ansatzes stellt sie eine in weiten Bereichen anwendbare Methode dar. Sie kann, selbstverständlich in jeweils spezifischer Form, für elektrische/elektronische Systeme ebenso verwendet werden wie für Fluidsysteme und, unter Bezug auf den logischen Fluß, zur Analyse von Software.
Veranstaltung:
Systemtechnik und Qualitätsmanagement in der Luft- und Raumfahrt, Köln-Porz, 1994
Medientyp:
Conference Paper
Sprache:
deutsch
Format:
21,0 x 29,7 cm, 10 Seiten
Veröffentlicht:
DGLR-Bericht, 1994, 1994-02, Systemtechnik und Qualitätsmanagement in der Luft- und Raumfahrt; S.87-96; 1994; Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V., Bonn
Preis:
NA
ISBN:
ISSN:
Kommentar:
Klassifikation:
Stichworte zum Inhalt:
qualitätsmanagement
Verfügbarkeit:
Bestellbar
Veröffentlicht:
1994
Dieses Dokument ist Teil einer übergeordneten Publikation 51902000 :
Systemtechnik und Qualitätsmanagement in der Luft- und Raumfahrt
