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Titel:
Gemeinsamkeiten zwischen der Technikfolgenabschätzung und dem Qualitätsmanagement
Autor(en):
B. Schildwach
Zusammenfassung:
Die Entwicklung, Herstellung und Anwendung einer ökologisch und sozial verträglichen Technik ist eine Forderung seit es deutlich geworden ist, welche globalen Gefährdungen von technischen Entwicklungen bzw. von deren Anwendungen ausgehen. Dies heute um so mehr, als viele der ursprünglichen Ziele, Wissenschafts- und Technikgebiete auch in der politischen Auseinandersetzung von Gesellschaftssystemen primär einzusetzen, mit der Beendigung des kalten Krieges verloren gegangen sind. Von diesen Zielen war die Raumfahrt unmittelbar betroffen. Da die vorwiegend politischen Argumente der Großprojekte in der Raumfahrt weggefallen sind, werden heute nicht nur von den Kritikern der Raumfahrt kritische Fragen gestellt. Heute steht nicht nur die Frage, ob die Projekte der Raumfahrt sich wissenschaftliche und wirtschaftlich rechtfertigen lassen, sondern auch ob der Einsatz der Raumflugkörper den derzeitigen Ansprüchen an eine ökologische und soziale Verträglichkeit entsprechen. In den vier Stufen -) Definition und Strukturierung des Problems, -) Folgenabschätzung, -) Bewertung, -) Entscheidung werden in der Technikfolgenabschätzung Methoden eingesetzt, die eine präventive Technikgestaltung ermöglichen sollen. Dabei soll auch der subjektive Charakter der Ergebnisse technischer Entwicklungen gering gehalten sowie eine Rückverfolgbarkeit der Lösungswege ermöglicht werden. Dabei geht es um das Abwägen zwischen potentiellen Risiken (z.B. Kosten, Gesundheit von Menschen, Verlust an Prestige, Verletzungen von ethischen und moralischen Ansprüchen u.a.) und den möglichen Chancen (z.B. höhere Wirtschaftlichkeit, Erhalt von Gesundheit, Einbeziehung von sozialen Gruppen). Die Voraussetzung dafür, daß die Ergebnisse einer TA mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch eintreffen. ist die Einhaltung der wesentlichen Parameter technischer Entwicklungen, die Voraussetzungen für die TA waren. Die Sicherung der Qualität und des Qualitätsparameters Zuverlässigkeit obliegt dem Qualitätsmanagement. Dort werden zur Analyse von potentiellen Fehlern und Risiken bereits Methoden eingesetzt, mit denen der Forderung nach einer Rückverfolgbarkeit der Lösungswege entsprochen wird und mit denen der subjektive Charakter von Ergebnissen verringert werden kann. Da die Technik durch den Ingenieur gestaltet wird, ist es angebracht, die bereits praktizierten Methoden des QM zu nutzen bzw. zur Technikgestaltung so zu modifizieren, daß sie auch den Ansprüchen einer Technikfolgenabschätzung entsprechen. Denn ein weniger an anzustrebenden Methoden erhöht die Akzeptanz bei denjenigen, die einen unmittelbaren Einfluß auf die Technikgestaltung nehmen können. Zu diesen Methoden zählen insbesondere diejenigen, mit denen der subjektive Charakter einer Einschätzung verringert werden kann: QFD, FMEA.
Veranstaltung:
Systemtechnik und Qualitätsmanagement in der Luft- und Raumfahrt, Köln-Porz, 1994
Medientyp:
Conference Paper
Sprache:
deutsch
Format:
21,0 x 29,7 cm, 9 Seiten
Veröffentlicht:
DGLR-Bericht, 1994, 1994-02, Systemtechnik und Qualitätsmanagement in der Luft- und Raumfahrt; S.47-55; 1994; Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V., Bonn
Preis:
NA
ISBN:
ISSN:
Kommentar:
Klassifikation:
Stichworte zum Inhalt:
qualitätsmanagement
Verfügbarkeit:
Bestellbar
Veröffentlicht:
1994
Dieses Dokument ist Teil einer übergeordneten Publikation 51902000 :
Systemtechnik und Qualitätsmanagement in der Luft- und Raumfahrt
